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Sexy Käse

Dienstag, 17. Juni 2008

Dieser Verkäufer gefällt mir; er sieht echt sexy aus. Er steht im Supermarkt an der Käsetheke. Könnt ihr euch vorstellen, wie viele Päckchen Käse inzwischen in meinem Kühlschrank liegen und vergammeln?

 

Natürlich bin ich fast jeden Tag dort zu finden, und ich kaufe immer alles einzeln. Am liebsten würde ich sogar für jede Scheibe einmal extra kommen, damit ich ihn noch öfter sehen kann.

 

Heute Morgen habe ich mir sogar ein Herz gefasst und wollte ihn gerade ansprechen auf ein mögliches Date – wir Frauen von heute sind ja emanzipiert und ergreifen auch mal selbst die Initiative, wenn wir ein Sextreffen haben wollen -, aber da kam gerade sein Chef an, und da verbot sich natürlich jedes private Wort.

 

Das hat mich ziemlich deprimiert; wieder eine Chance für private erotische Kontakte dahin; und für eine neue muss ich erneut Käse kaufen gehen. Dabei kann ich langsam schon keinen Käse mehr sehen.

 

Ziemlich trübsinnig sitze ich vor meiner Webcam. So richtig habe ich eigentlich keine Lust, online zu gehen und mit anderen Männern live zu chatten und zu flirten. Ich möchte meinen Käseverkäufer haben …

 

Andererseits, vielleicht lenkt mich der Cam Chat mit einem sexy Boy auch ein bisschen ab und verschafft mir bessere Laune.

 

Nein, nichts hilft. Ich kann mich nicht aufs Flirten konzentrieren, und wer nur halbherzig flirtet und chattet, der sollte es lieber gleich lassen.

 

Ich überlege gerade, die Webcam und den Cam Chat wieder auszumachen, da blitzt in meinem Chat Fenster noch eine Nachricht auf.

 

“Na, noch ein wenig Käse gefällig?” lese ich, ziemlich ungläubig. Zuerst will ich ganz verärgert einen saftigen Schimpfsatz ablassen, weil ich denke, da verarscht mich jemand. Bis es mir dann auf einmal aufgeht, das könnte doch vielleicht … mein Käseverkäufer sein!

 

Bloß, woher sollte der wissen, dass er mich regelmäßig nicht nur als Kundin vor seiner Käsetheke findet, sondern auch als Cam Girl im Livesex Chat?

 

Etwas zögernd frage ich ihn, was er will; ich kann es nicht so ganz glauben, dass ich meinen Schwarm jetzt auf einmal tatsächlich im Cam Chat haben soll.

 

“Ich will es einfach verhindern, dass du irgendwann an einer Käse-Vergiftung stirbst”, tippt er zurück. “Und so im Chat geht das Flirten doch viel besser, oder?”

 

“Aber woher weißt du denn, wo du mich findest?” frage ich zurück, ebenso verwundert wie erfreut über diesen sagenhaften Zufall.

 

“Denk mal an dein T-Shirt”, antwortet er – und da fällt es mir wieder ein. Ich habe von einer Freundin, die ebenfalls Cam Girl ist, ein T-Shirt zum Geburtstag bekommen. Darauf hat sie immerhin kein Nacktfoto von mir aufdrucken lassen; sonst könnte ich es ja kaum in der Öffentlichkeit anziehen. Aber die Internetseite, wo wir beide live vor der Webcam zu sehen sind, ist da drauf; und mein Nickname als Cam Girl ebenfalls. Und genau dieses T-Shirt trug ich heute Morgen beim Einkaufen.

 

Bisher fand ich ihr Geschenk ja nicht besonders witzig; aber im Moment könnte ich sie echt küssen dafür!

Der neue Hausarzt

Mittwoch, 23. April 2008

Irgendwie sieht er mich so merkwürdig an, mir wird ganz seltsam zumute dabei. Er verhält sich so, als ob er mich von irgendwoher kennt. Dabei bin ich mir ganz sicher, wir haben uns noch nie vorher gesehen.

 

Schließlich ist er auch erst kürzlich in unsere Stadt gekommen, um sich hier als Arzt niederzulassen. Ein sehr junger Arzt, wie ich bemerken möchte …

 

Die ersten Patienten, oder vielmehr Patientinnen, hat er bestimmt auch vorwiegend wegen seines guten Aussehens bekommen; ein Bild von ihm war in der Zeitung, und in das Bild konnte man sich wirklich verlieben. Meine Freundin Susi war die erste, die zu ihm gegangen ist. Nachdem sie total begeistert war von ihm, sowohl weil er voll ihr Typ ist, mit seinem dunklen Haaren und dunklen Augen, als auch, weil er anscheinend ein richtig toller Arzt ist, zogen wir anderen Freundinnen Stück für Stück nach.

 

Ich bin die letzte, die ihn aufsucht; meine hartnäckige Erkältung macht mir jetzt doch langsam Sorgen, und ich muss etwas dagegen tun.

 

Er horcht meine Brust ab; erst von hinten – angenehm kühl sind seine Finger, sanft und doch energisch; es gefällt mir, wie er mich anfasst -, dann von vorne.

 

Dabei werde ich nun doch verlegen. Ich kann das einfach nicht bloß nüchtern sehen, wenn ein hübscher junger Mann an meinen hübschen jungen Titten herumfingert …

 

Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, er sieht das ebenfalls nicht nüchtern und neutral; ich habe den Eindruck, als ob seine Hände sich gerne dort aufhalten, wo sie sich gerade befinden.

 

Ja, so lange hat mir noch niemand die Brust abgehorcht.

 

Trotz meiner leichten Verlegenheit weiß ich es zu genießen und wünsche mir beinahe, er würde nie wieder damit aufhören.

 

Verstohlen blicke ich ihm auf den Hosenstall. Tatsächlich; darunter zeichnet sich ganz eindeutig etwas ab. Ich muss lächeln.

 

Am liebsten würde ich jetzt ja ganz frech ebenfalls etwas abtasten und meine Finger über die harte Beule legen. Aber so etwas tut man als Patientin natürlich nicht; außerdem warten noch etliche andere Patienten, vorwiegend Frauen, im Wartezimmer. Ein kleiner handfester Flirt würde seinen ganzen Terminplan durcheinander bringen, denn er könnte bestimmt nicht widerstehen.

 

Deshalb bleibe ich brav, so wie er ebenfalls. Allerdings verabschieden wir uns mit hörbarem und sichtbarem Bedauern voneinander; und viel zu lange hält seine Hand die meine fest. Wieder trifft mich dabei ein Blick, als ob er mich sehr gut kennen würde, vielleicht sogar intim.

 

Noch eine ganze Weile grübele ich über das Rätsel nach, woher er mich kennen könnte.

 

Erst abends, im Livecam Chat, entdecke ich die Lösung. Als sich nämlich bei mir als Livecam Girl im Sex Chat jemand als “dein neuer Hausarzt” meldet und sehr offen sagt, dass er Lust hat, mit mir zu chatten.

 

Nun weiß ich, woher er mich kennt. Und ich weiß, dass ich ihn das nächste Mal sicher nicht als Patientin wiedersehe …